Frankreich : De Architectura Libri Decem: Zehn Bücher über Architektur

De Architectura Libri Decem: Zehn Bücher über Architektur

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Baukunst für die Ewigkeit - Der Vitruv Ausgabe des Matrix Verlags liegt die Übersetzung von Franz Reber aus dem Jahre 1908 zugrunde. Über Vitruv selbst ist wenig bekannt. Einige Forscher versetzten ihn in das augusteische andere in das flavische Zeitalter, wieder andere sehen in ihm gar einen Kompilator der im Mittelalter aus unbekannten Quellen schöpfte. Wie dem auch sei, wir verdanken dem Autor vielfältige und zudem sehr detaillierte Beschreibungen. Da Vitruv keinen Eingang in die Geschichtsannalen fand, kann sein Einfluss auf die Architektur nur gering sein. Offenbar war er auch gar nicht ruhmgierig, denn seine Maxime lautete: Lieber ein mäßiges Auskommen mit gutem Ruf, als Überfluss mit übler Nachrede. Er empfindet es aber als seine Pflicht, sein Wissen und seine Erfahrung weiterzugeben: in diesen Büchern habe ich die alle Grundzüge dieser Wissenschaft erschlossen. Das erste Buch befasst sich mit den Wissenschaften, die der Baumeister lernen muss sowie den Kenntnissen über Winde, Mauern und der Auswahl geeigneter Orte für Stadtgründungen. Der richtige Ort sollte weder Nebel noch Reif ausgesetzt sein und auch nicht auf Sumpfland angesiedelt werden. Bei der Gründung Roms hat man diesen Grundsatz übrigens nicht befolgt! Runden Türmen gibt Vitruv den Vorzug von eckigen, da deren Mauerwerk vom Angreifer schwerer eingerammt und zertrümmert werden kann. Das zweite Buch beschreibt die Baumaterialien, wie Sand oder Holz. Buch drei und vier ist dem Aufbau der Tempel gewidmet. Auch für die Errichtung der Tempel ist die Ortswahl wichtig. Für Jupiter, Juno und Minerva soll man die Bauplätze auf dem höchstgelegenen Orte, von welchen aus man den größten Teil der Mauern überschauen kann, zuteilen. Für Mercurius aber auf dem Forum, oder auch, wie für Isis und Serapis, am Landungsplatz, für Apollo und Vater Liber an dem Theater, für den Hercules ... an der Rennbahn, für den Mars außerhalb der Stadt ... und ferner für die Venus am Hafen ... Auch der Ceres ist ein Platz außerhalb der Stadt zuzuteilen. Die Forderung nach der Symmetrie des Tempels begründet er mit der Symmetrie des menschlichen Körpers: Denn es kann kein Tempel ohne Symmetrie und Proportion in seiner Anlage gerechtfertigt werden, wenn er nicht, einem wohlgebildeten Menschen ähnlich, ein genau durchgeführtes Gliederungsgesetz in sich trägt. Die Tempel ordnet er nach der Säulenanzahl, dem Säulenabstand und der Säulenstärke. Das Prinzip der optischen Täuschung war ihm bereits bekannt: So viel also das Auge täuscht, muss durch Berechnung ausgeglichen werden. Der obere Säulenhals wurde deshalb verjüngt.Die Gestaltung der öffentlichen Plätze und des Forums wird im fünften Buch geschildert. Auf dem Forum wurde Gladiatorenspiele veranstaltet. Umgeben wurde es von Zuschauerrängen und Wechslerbuden. An das Forum grenzten die Basiliken, in denen die Geschäftsleute Handel trieben. Schatzhaus, Kerker und Curia rundeten das Forum ab. Das Forum Romanum in Rom bietet dem Betrachter noch ein anschauliches Bild von der Ausdehnung des römischen Stadtzentrums. Beim Bau eines Theaters musste vor allem auf die Akustik geachtet werden. Vitruv berichtet, dass die Griechen im Gegensatz zu den Römern Schallgefäße als Resonanzkörper in den Zuschauerraum stellten. In der Mitte Bühne befand sich das so genannte Königstor, umrahmt von den beiden Gasttüren. Drei Arten von Bühnendekorationen wurden eingesetzt: das tragische Schauspiel verwendete Säulen, Giebel und sonstige königlichen Gegenstände. In der Komödie wurden Ansichten von Privatgebäuden verwendet und das satyrische Spiel hatte ein Landschaftsbild als Hintergrund. In Griechenland beliebt, in Italien weniger geschätzt waren die Ringerschulen (Palästra) mit angegliederten Redner- und Philosophensälen (Exedra).Die Aufteilung des privaten Hauses und dessen Ausgestaltung ist Thema der Bücher sechs und sieben. Vitruv beschreibt den Aufbau des römischen Hauses, das aus Eingangsbereich (Atrium), Zwischengang (Tablinum) mit Ahnenbildern, dem großen, säulenumrandeten Innenhof ( Perisyle) sowie den Speise-, Konversations-, Gemäldesälen und Schlafgemächern. Auch hier der Verweis auf die griechische Bauweise, welche kein Atrium kannte, wohl aber über Gästeräume verfügte und dem Gast mit einem Geschenk (Xenia) aufwartete. Vitruv beschreibt die Farben, mit denen Räume verziert und Bilder gemalt wurden. Sehr begehrt war Purpur, das z.B. die Säume der Senatorentoga schmückte. Diese Farbe gewann man aus Muscheln und Seetieren, später wurde sie auch aus Pflanzen hergestellt.Wasser war für die antike Stadt ein wichtiges Gut. Seine Auffindung, Qualität und der Bau von Leitungen zum Transport werden im achten Buch gezeigt. Auch der Bau von Sonnenuhren war Aufgabe der Architekten. Im neunten Buch beschreibt Vitruv, welche Kenntnisse hierzu notwendig waren. Er leitet mit einem kurzen Abriss über die damalige Astronomie ein. Die Erdachse war geneigt und die Himmelskörper sollten sich auf ihren vorgegeben Bahnen um die Erde drehten. Den Mars bezeichnet Vitruv als sonnennah und rot glühend, den Saturn als äußeren Planet grimmig kalt. Nur Gottvater Jupiter, der sich in der Mitte zwischen beiden befindet besitzt eine vollkommen gemäßigte Wärme. Auch in Vitruvs Menschenbild spielt das Mittelmaß eine wichtige Rolle. Die Südvölker können die Hitze ertragen, sind aber kleinwüchsig und ängstlich. Die Nordvölker hingegen sind groß gewachsen und mutig, aber auch behäbiger und träger. Das rechte Maß besitzt nach seinem Urteil das römische Volk, das in der Mitte der Welt liegt. Den Abschluss bildet das Buch über Nutz- und Kriegsmaschinerie. Interessant finde ich die Anmerkung, dass griechische Baumeister einen Kostenvoranschlag abgeben mussten. Überstiegen die tatsächlichen Kosten mehr als ein Viertel die Schätzung, musste er die zusätzlichen Kosten aus seinem Privatvermögen bezahlen. Wahrlich keine schlechte Lösung! Für die Entfernungsmessung zu Lande wurde am Wagen eine Zahnrad Konstruktion angebracht. Nachdem der Wagen eine römische Meile gefahren war, fiel ein Steinchen in einen Auffangbehälter und am Tagesende konnte man anhand der Anzahl Steine die zurückgelegte Strecke berechnen.Die Kriegsmaschinerie übernahmen die Römer von den Griechen und perfektionierten die Technik. So gibt Vitruv z.B. für jede Steingröße exakt die Abmessungen der Steinwurfmaschine an. Doch auch ihm ist bewusst, dass Technik allein nicht alles vermag: So gehören zum Verteidigungswesen nicht bloß Maschinen, sondern auch, und zwar vorzugsweise, kluge Ansätze.Fazit: Ein lehrreicher Einblick in die Bau- und Ingenieurkunst der Antike, jedoch stellenweise zu detailliert und nur für den Forscher von Interesse.

Klassiker - Der absolute Klassiker für alle, die sich der Architektur verschrieben haben. In seinen zehn Lehrbüchern schrieb der Autor und römische Architekt Marcus Vitruvius Pollio die einzige erhaltene Schrift zum Thema und ging auch auf das Meßwesen und den Maschinenbau ein.Sehr bekannt ist dieses Zitat von ihm: Kein Gebäude kann ohne Ebenmass und gutes Verhältnis gut eingerichtet sein, wenn es sich nicht genau wie der Körper eines wohl gebildeten Menschen zu seinen Gliedern verhält.Fazit: Ein Muss für jeden Architekten, der etwas von sich hält.




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